In the Crosswind

 

(Risttuules)

Erstarrte Schreckenserinnerung in bestechender SchwarzWeiß-Optik: Mit einer schwebenden Kamera, welche in lebenden Tableaus die in ihren Positionen verharrenden Darsteller umkreist, kreiert der estnische Regisseur Martti Helde ein beeindruckendes filmisches Requiem für die Opfer der ethnischen Säuberung der baltischen Staaten durch die Truppen Stalins. Das Drama bebildert die authentischen Tagebucheinträge und Briefe der estnischen Philosophiestudentin Erna, die im Sommer 1941 von ihrem Mann getrennt und zusammen mit ihrer kleinen Tochter in ein sibirisches Arbeitslager abtransportiert wird. Mit der Deportation erstarrt das Leben in Bildern und die geronnenen Alptraumfresken werden umrahmt von Ernas sensibler Off-Stimme zu einer eindrücklichen Reise in ihre dunkelsten Erinnerungen.

Mit seinem minutiös arrangierten Spielfilmdebüt gelingt Helde eine neue Art der filmischen Annäherung an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges. Durch das scheinbare Eintauchen in zeitgenössische Schwarz-Weiß-Fotografien entsteht eine visuell beeindruckende sowie emotional packende Filmreise in die Zeit des Grauens.

 

Freitag, 9. Oktober │ 20 Uhr, Haus der Jugend
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Estland  2014, BluRay, 87 Min. | Estnische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
 
Regie & Buch Matti Helde | Kamera Erik Pöllumaa | Schnitt Liis Nimik | Musik Pärt Uusberg | Darsteller Laura Peterson, Tarmo Song, Ingrid Isotamm, Einar Hillep
 
Produktion Pille Rünk & Piret Tibbo-Hudgins | Distribution Deckert Distribution, Pluto Film Distribution