
Die Gewinnerfilme des 41. Filmfest Osnabrück
Mit dem Friedensfilmpreis, dem Filmpreis für Kinderrechte und dem Publikumspreis für den besten Kurzfilm sind bei der Preisverleihung des 41. Filmfest Osnabrück am 10. Oktober um 17:30 Uhr in der Lagerhalle insgesamt drei Filme ausgezeichnet worden.
Friedensfilmpreis Osnabrück
Sieben Dokumentarfilme liefen in diesem Jahr im Wettbewerb, um den mit 5.000€ dotierten von der Stiftung Sparkasse gestifteten Friedensfilmpreis Osnabrück. Die Filme setzen sich mit aktuellen Konflikten auf der ganzen Welt auseinander. Durchsetzten konnte sich „Meanwhile in Namibia“ von Jonas Spriestersbach. Der in Namibia gedrehte Dokumentarfilm setzt sich mit kolonialen Denk- und Machtstrukturen auseinander:
„Maybe they want to see if we are humans – or ghosts?“ sagt eine junge Ovahimba-Frau in einer Runde mit anderen Ovahimba-Frauen, nachdem sie leicht bekleidet in einem „Living Museum“ einen Tanz vor deutschen Tourist*innen aufgeführt haben. Während sie eng beieinander in einem kleinen Zelt sitzen, tauschen sie sich über die lüsternen Blicke der weißen Männer aus, die sie mit ihren Kameras filmten. Diese Szene ist nur eine der vielen in „Meanwhile in Namibia“, in der die klare Sicht Schwarzer Namibier*innen den gar selbstverständlich rassistischen Aussagen und Taten von Deutsch-Namibier*innen und Deutschen gegenübergestellt wird. Mittels präziser Montage zeigt Jonas Spriestersbach wie koloniale Denk- und Machtstrukturen im heutigen Namibia fortbestehen und wie sie vor allem in paternalistischer Entwicklungszusammenarbeit den Alltag von Namibier*innen prägen.
Die dreiköpfige Friedensjury setzt sich in diesem Jahr aus drei Expert*innen aus dem Dokumentarfilmbereich zusammen: Natascha Cartolaro, Filmeditorin und Filmemacherin mit Schwerpunkt Dokumentarfilm, Mirna Everhard, Produzentin, Regisseurin und Absolventin des internationalen Masterstudiengangs „Doc Nomads“, sowie Marvin Menné, Dokumentarfilmregisseur und Kameramann.
Filmpreis für Kinderrechte
Beim Wettbewerb um den Filmpreis für Kinderrechte werden Filme ausgezeichnet, die sich mit der Situation von Kindern und ihren Rechten in der Welt auseinandersetzen. Der Gewinner des Filmpreises für Kinderrechte 2026 ist: „Sad Girlz“ von Fernanda Tovar
Der Spielfilm begleitet die beiden Freundinnen Maestra und Paula. Sie verbindet eine tiefe Freundschaft und das große Ziel zu den panamerikanischen Schwimmmeisterschaften in Brasilien zu fahren. Auf einer Party verschwindet Paula mit Daniel im Bad. Daraufhin ist Paula wie ausgewechselt und zieht sich immer mehr zurück. Maestra versucht rauszufinden was los ist und wie sie Paula helfen kann. Fernanda Tovar zeichnet zwischen Training, Partys, Tanzstunden und Gesprächen ein einfühlsames Portrait einer Freundschaft.
Der mit 2.000€ dotierte Preis wird von der Stadt Osnabrück gestiftet und von einer Jugendjury vergeben. Die Jury wird in diesem Jahr vertreten durch: Sara, Lea und Alexia. Während der Festivalwoche wurden alle vier Wettbewerbsbeiträge von der Jury gemeinsam im Kino gesichtet und anschließend in einem Workshop besprochen.
Publikumspreis für den besten Kurzfilm
Auch das Publikum hat eine Entscheidung getroffen: Aus insgesamt 20 Kurzfilmen wurde Moon Unit von Marlene Tanczik vom Osnabrücker Publikum als Gewinner des diesjährigen Publikumspreises für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. Der Film lief im Kurzfilmprogramm AUF DEM PRÜFSTAND:
Wenn sich die Nachbarn nachts beschweren, dreht Moonie die Musik ihrer Mutter leiser; tagsüber hilft sie ihr bei der Jobsuche. Mit einem Stipendium könnte Moonie für ein Auslandsjahr nach Schottland, aber kann sie ihre Mutter alleine lassen?
Der Preis ist mit 1.200 Euro dotiert und wird vom Studierendenrat der Universität Osnabrück und Marketing Osnabrück gestiftet.








