FilmFest Osnabrück präsentiert Jubiläums-Reihe im Passivhaus der Stadtwerke

Das Unabhängige FilmFest Osnabrück feiert 30jähriges Bestehen: Das unter dem Namen „Tage des Unabhängigen Films“ gegründete Festival hat sich in drei Jahrzehnten zu einem der profiliertesten Filmfestivals in Deutschland entwickelt und eröffnet jedes Jahr aufs Neue die Chance, sozial engagiertes, unabhängig produziertes Kino aus aller Welt zu entdecken. Anlässlich des runden Jubiläums ist nun die Zeit gekommen, die bewegte Festivalgeschichte Revue passieren zu lassen und sich an interessante und aufregende Festivalbeiträge aus 30 Jahren zu erinnern.

Im Rahmen der Jubiläums-Filmreihe „30 Jahre Unabhängiges FilmFest Osnabrück“, die in Kooperation mit den Stadtwerken Osnabrück veranstaltet wird, stellen fünf Festivalpersönlichkeiten, die das FilmFest mit ihrem Engagement maßgeblich geprägt haben, ihre ganz persönlichen Lieblingsfilme der Festivalgeschichte vor. Die getroffene Auswahl an ehemaligen Festivalbeiträgen bietet ein facettenreiches Bild der Geschichte des FilmFestes und zelebriert gleichzeitig den Variantenreichtum der Filmkunst. So führen die gewählten Film-Highlights in die Erinnerungswelten eines israelischen Filmemachers, ins ländliche Idyll des Allgäus, in die trostlosen Plattenbauten Neu-Belgrads, zur Anti-AKW-Bewegung nach Gorleben oder in eine damalige Kultkneipe im Kiez in Sankt Pauli.

Die Spielfilme und Dokumentationen der Jubiläums-Filmreihe, die an fünf aufeinanderfolgenden Donnerstagen jeweils Abends ab 19:30 Uhr im Passivhaus der Stadtwerke Osnabrück von ihren jeweiligen Filmpaten präsentiert werden, sollen dabei auch schon auf die nahende dreißigste Ausgabe des „Unabhängigen FilmFests Osnabrück“ einstimmen.

Holger Tepe wird mit „Walz with Bashir“ eine visuell faszinierende sowie emotional packende animierte Dokumentation vorstellen, in der Regisseur Ari Folman sich auf die Suche nach seinen verdrängten Erinnerungen an den Libanonkrieg im Jahre 1982 begibt und dabei auf innovative Weise die Schrecken der Kriegstage wieder aufleben lässt. Die zwischen Wehmut und Aufbruchstimmung pendelnde Tragikomödie „Liebe und andere Verbrechen“, die menschliche Wärme in der Tristesse des postsozialistischen Serbiens erfahrbar macht, wurde von Birgit Müller als Lieblingsfilm auserkoren. Reinhard Westendorfs persönliches Festival-Highlight ist die ein Jahrzehnt umspannende, bittersüße Dokumentation „Wir lassen uns das Singen nicht verbieten“, die das Leben in St. Pauli zwischen 1975 und 1985 widerspiegelt. Mit „Daheim sterben die Leut‘“ fiel Heinrich Funkes Filmwahl auf einen ganz speziellen Heimatfilm in der Mundart des Westallgäu aus dem Jahr 1984, der auf satirische Weise bizarre Bräuche und das Festhalten an Tradition in einem im Umbruch befindlichen Land-Idyll behandelt und dabei sogar den leibhaftigen Teufel auftreten lässt. Auch Karl Maier kann sich besonders für einen Festivalfilm aus den 1980er Jahren begeistern: So benannte er die ironische Anti-Atomkraft-Dokumentation „Zwischenzeit“, die einen fiktiven Akzeptanzforscher als Mittler zwischen die verhärteten Fronten aus Polizei und Anti-AKW-Bewegung in Gorleben schickt, als sein spezielles Highlight der dreißigjährigen Festivalgeschichte.

Filmreihe „30 Jahre Unabhängiges FilmFest Osnabrück“
jeweils 19:30 bis ca. 21:30 Uhr

Donnerstag, 03. September, „Waltz with Bashir“, präsentiert von Holger Tepe
Donnerstag, 10. September, „Liebe und andere Verbrechen“, präsentiert von Birgit Müller
Donnerstag, 17. September, „Daheim sterben die Leut‘“, präsentiert von Heinrich Funke
Donnerstag, 24. September, „Zwischenzeit“, präsentiert von Karl Maier
Donnerstag, 01. Oktober, „Wir lassen uns das Singen nicht verbieten“, präsentiert von Reinhard Westendorf

Ort:
Passivhaus der Stadtwerke Osnabrück, Poststraße 9, Osnabrück
Zugang über Luisenstraße, Infos unter
https://www.stadtwerke-osnabrueck.de/unternehmen/fuer-die-umwelt/massnahmen/energieeffizienz/passivhaus.html

Foto: „Daheim sterben die Leut‘“ (BRD 1984, Regie: Leo Hiemer), Leo Hiemer Filmverleih