Life is not a competition, but I’m winning Regiestatement von Julia Fuhr Mann

Die dokumentarische Filmform hat eine Vorliebe dafür, Protagonist*innen beim Leiden zu zeigen. Trotz der guten Absichten neigen solche Erzählungen dazu, gewaltvolle Erfahrungen zu instrumentalisieren, da diese oft als dramaturgisches Zentrum eines Films verwendet werden. Konflikte treiben die Geschichte voran. Wenn man sich in der filmischen Erzählung aber auf die Schilderung von Unrecht beschränkt, gibt man oft ausschließlich den Kräften Raum, die ebenjene schmerzvollen Lebensumstände verursacht haben. 

 

In »Life is not a competition, but I’m winning« benutzen wir Leidensgeschichten nicht als dramaturgischen, spannungsvollen Leitfaden der Narration. Stattdessen weben sich in unserem Film utopische Momente eines kollektiven Miteinanders langsam in das Leben der Protagonist*innen sowie in die visuelle Komposition unserer Bilder ein. Leid und Schmerz gehen über in eine Vision von queerer Gemeinschaft, die ein kraftvolles Gegengewicht zur verübten Gewalt darstellt.